Zastawa - Russlands neue Verteidiger

Zastawa – Russlands neue Verteidiger | Philipp Jeske

Seit fast bereits einem Jahrzehnt treffen sich rund 150 Kinder und Jugendliche jeden Sommer in einem Ferienlager, das zunächst eher an ein Bootcamp erinnert. Das Sommercamp Tomskaya Zastawa, „die Grenzwache von Tomsk“, befindet sich unmittelbar außerhalb der Stadt, ist nicht viel größer als ein Fußballplatz, bietet jedoch jede Menge Raum für eine ungestörte Zeit in der Natur. Die Organisatoren, so denkt man, könnten unterschiedlicher nicht sein: Ein ehemaliger Soldat, ein Nostalgiker der Zarenzeit und die Russisch-Orthodoxe Kirche. Sie haben sich zum Ziel gesetzt die Kinder der sibirischen Stadt „auszubilden“. Und das wollen sie, so zumindest aus ihrer Sicht, möglichst vielseitig tun und damit möglichst früh anfangen. Bereits Vorschulkinder werden von ihren Eltern dort eingeschrieben. Aus der Sicht der Veranstalter muss ein richtiger Russe nicht nur körperlich fit sein und gut mit Waffen umgehen um sein Land verteidigen zu können, ihre oder seine Pflicht ist es auch die Traditionen, Gebräuche und die Geschichte des Mutterlandes zu kennen. Dem zum Militär gehörenden Drill und der körperlichen Belastung hält nicht jedes Kind stand, viele rufen bei ihren Eltern an um abgeholt zu werden. Aber auch der Glaube an Gott gehört für sie zu jedem russischen Menschen dazu; wer will kann sich während des Ferienlagers taufen lassen oder die Beichte ablegen. Finanziert wird das Camp von den Spenden der Eltern, die so wie es ihre finanzielle Situation ihnen erlaubt, viel oder wenig zur Organisation des Lagers beitragen.

 



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Philipp Jeske
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