TRANSNISTRIA

Transnistria | Emile Ducke

Im Osten Moldawiens, entlang der Grenze zur Ukraine, liegt Transnistrien. Ein Streifen Land kaum
größer als das Saarland, teilweise nur wenige Kilometer breit. Völkerrechtlich gehört Transnistrien zur
Republik Moldau. Obwohl Transnistrien von keinem Staat als souverän anerkannt ist, verfügt es über
eine eigene Regierung, Währung, Verwaltung und Militär. Hammer und Sichel zieren noch immer das
Staatswappen.
Als die Sowjetunion zerfiel machte die moldauische Regierung in Chișinău Moldauisch zur alleinigen
Amtssprache. Die größtenteils russischsprachige Bevölkerung im Osten des Landes fürchtete um den
Verlust ihrer Rechte und bildete das De-Facto Regime Transnistrien. Schließlich erklärte man sich unabhängig
von der Republik Moldau. Der Fluss Dnjestr wurde zur Grenzlinie.
1992 eskalierte der Konflikt um Transnistrien. Moldauische Truppen versuchten die separatistische
Region wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Erst als die russische Armee eingriff, konnte ein Waffenstillstand
vereinbart werden. Seitdem ist der Konflikt eingefroren, aber nicht gelöst. Bis heute sind
ca. 1400 russische Soldaten in Transnistrien stationiert.
Nach der Annexion der Krim durch die Russische Föderation wandte sich das transnistrische Parlament
erneut mit einem Ersuchen um Aufnahme an Moskau. Bereits 2006 antworteten bei einem
Referendum 97,1% der Bewohner Transnistriens auf die Frage, ob sie einen Beitritt zur Russischen
Föderation unterstützten, mit »Ja«. Vorerst bleibt der Status quo der kleinen Republik jedoch bestehen
– der Aufnahmeantrag wurde nicht beantwortet.



Über den Autor

Emile Ducke
+4917638212558
www.emileducke.de