The Terrible Night - Indigenous Resistance in Colombia

Torbio | Jonas Wresch

Toribio gilt als einer der am härtesten umkämpften Orte Kolumbiens. Das Bauerndorf mit knapp 2000 Einwohnern dehnt sich in einer Talsenke aus, umgeben von dicht bewaldeten Bergen, die den Kämpfern der FARC seit jeher als Rückzugsgebiet dient. Wieder und wieder hat die Armee Truppen in das Gebiet geschickt, um es zu “befrieden”, ohne der Guerilla je Herr zu werden. In den letzten zehn Jahren wurde das Dorf über 700 Mal angegriffen und 12 Mal von der Guerilla eingenommen.
Hier wohnen Ureinwohner vom Stamm der Nasa, einem kämpferischen Volk, das noch heute für seine Autonomie und seinen Platz in der kolumbianischen Gesellschaft kämpft.
2001 gründeten die indigenen Räte der Region offiziell die „Guardia Indígena“, eine indigene Schutztruppe die heute aus rund 800 Männern, Frauen und Kindern besteht. Aus ihrer eigenen Geschichte haben sie gelernt, dass Gewalt nur Gegengewalt hervorruft und so tragen sie lediglich den „Bastón“, einen verzierten Stock, als Zeichen ihrer Autorität und Würde, jedoch keinerlei Waffen.
Die Guardias sind hauptsächlich arme Bauern, so wie die meisten Menschen dieser Region, und ihr Engagement für die Gemeinschaft ist ein Freiwilligendienst. Obwohl sie den Sturmgewehren von Guerilla und Militär auf den ersten Blick nichts entgegenzusetzen haben, sind sie der tragende Pfeiler der Gemeinschaft.



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Jonas Wresch
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