Aus der Arbeit „Für mich – A Way of Reconcilliation“ von Sina Niemeyer

Aus der Arbeit „Für mich – A Way of Reconcilliation“ von Sina Niemeyer

Sina Niemeyer bei „Gute Aussichten“ ausgezeichnet

Die Bachelor-Abschlussarbeit „Für mich – A Way of Reconcilliation“ von Sina Niemeyer ist bei „Gute Aussichten“ ausgezeichnet worden. Das Projekt ist ihre autobiografische Aufarbeitung mit Erfahrungen von sexuellem Missbrauch in ihrer Kindheit. „Metaphorische Film- Bild- und Textebenen führen durch die komplexe und diffizile Gefühlswelt eines solchen Traumas und rücken ein marginalisiertes, aber weit verbreitetes Thema in unseren Fokus“, beschreibt Eva-Maria Kunz vom Ceiba Verlag die Arbeit. Jedes Jahr werden für den Wettbewerb „gute aussichten – junge deutsche fotografie“ Professoren aller deutschen Hochschulen und Akademien, die einen Studiengang Fotografie anbieten, gebeten maximal fünf ihrer Abschlussarbeiten zu schicken. Eine namhaft besetzte Jury kürt aus den Einsendungen die besten Portfolios, die anschließend national und international in verschiedenen Ausstellungen, Aktionen und Medien der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die erste Vernissage der insgesamt neun ausgezeichneten Arbeiten, ist am kommenden Freitag (07.12.) in den Technischen Sammlungen Dresden. Es folgen Ausstellungen in Koblenz (April 2019) und Hamburg (Deichtorhallen, ab dem 11. Juli 2019)

 

Aus der Arbeit „Für mich – A Way of Reconcilliation“ von Sina Niemeyer

Aus der Arbeit „Für mich – A Way of Reconcilliation“ von Sina Niemeyer

Zu ihrer Abschlussarbeit hat Sina Niemeyer auch ein Buch veröffentlicht. „Es ist weder ein Buch mit schönen Bildern, noch ist es als Vorwurf an eine bestimmte Person gedacht; vielmehr spricht es die vielfältigen und widersprüchlichen Gefühle an, die eine sexuell missbrauchte Person empfindet, wo es kein klares Schwarz und Weiß gibt, sondern alle Grautönen vorkommen“, erklärt die ehemalige Fotostudentin. In Deutschland seien in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder, die sexuell missbraucht werden oder wurden – unabhängig von der sozialen Schicht, aus dem die Kinder stammen. „Es liegt in unser aller Verantwortung, dass sich etwas ändert. Als Gesellschaft müssen wir uns um unsere Kinder kümmern. Wir müssen sicher stellen, dass, wenn ihnen etwas zustößt, sie einen Ort haben, wo sie hingehen können, dass sie mit jemandem reden können und dass sie dadurch ernst genommen werden – damit es keine acht Versuche braucht, bevor ein Kind gehört wird“, fordert sie.

Hier geht es zum Buch
Hier geht es zur Internetseite von Sina Niemeyer
Mehr über das Projekt