Foto: Kaveh Rostamkhani

Foto: Kaveh Rostamkhani

Nannen-Preis: Lobende Erwähnung für Kaveh Rostamkhani

Erstmals in der Geschichte des Nannen-Preises wurde eine lobende Erwähnung ausgesprochen. Und diese ging in der Kategorie Foto-Reportage an den ehemaligen Fotostudenten Kaveh Rostamkhani. Er überzeugte die Jury bestehend aus Heico Forster, Christian Irrgang, Rolf Nobel, Julian Röder, Regina Schmeken, Malin Schulz, und Barbara Stauss mit seinem unabhängig produzierten und veröffentlichtem Projekt „Rebordering Europe“.

Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass Kaveh Rostamkhani Fotografien von Geflüchteten auf ihren Wegen durch Europa mit Einblicken in den Alltag jener Politiker, die Europas neue Grenzpolitik bestimmen verknüpft, und dass ergänzt um eigene Texte, dem 28-Jährigen eine Foto-Reportage von eindrucksvoller Komplexität gelingt.

„Rebordering Europe“ ist ein journalistischer Scroll-Essay, der die Dynamiken migrantischer Autonomie und die europäische Grenzpolitik zwischen dem langen Sommer der Migration, 2015 und dem Frühjahr 2016 erörtert. Das Projekt wurde am 27. Januar 2016 online unter www.rebordering.eu veröffentlicht.

Rebordering Europe versucht einen non-linearen fotojournalistischen Ansatz, um die Rückkehr zu nationalstaatlichem Denken und das Wiederaufkommen von Grenzen innerhalb Europas, in Verbindung mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ aufzuzeigen. Dabei verzichtet der Foto-Essay auf visuelle Klischees und sensationalistischen, viktimisierenden Bildern von Geflüchteten.

Der Nannen Preis, benannt nach Henri Nannen, dem Gründer und langjährigen Herausgeber des Magazins Stern, zeichnet die besten im jeweiligen Vorjahr veröffentlichten deutschsprachigen journalistischen Arbeiten in Print, Digital und Fotografie aus. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Journalismuspreise.

Zum Projekt „Rebordering Europe“
Zur Internetseite von Kaveh Rostamkhani