Indische Zugreise

Indian Train Journey | Tamina-Florentine Zuch

Eine Zugreise durch Indien Nirgendwo fahren so viele Menschen mit dem Zug wie in Indien. Der Zug ist mit täglich über 20 Millionen Passagieren das am meisten genutzte Fortbewegungsmittel. Indien hat zudem das größte Schienennetzwerk der Welt. Es gibt Verbindungen zu den entlegensten Orten, ob zu den Bergdörfern in den Ausläufern des Himalaya oder nach Kanyakumari, dem südlichsten Zipfel des Landes. Mit dem Zug kommt in Indien jeder überall hin. Menschen der unterschiedlichsten Regionen, Sprachen, Religionen, Kasten, Generationen und Traditionen finden sich zusammen und reisen oft über Stunden, manchmal sogar Tage Seite an Seite. Es entstehen Freundschaften, Liebschaften, manchmal auch Spannungen. Langeweile entsteht nie, vertrieben durch Kartenspiel, Musik, Unterhaltung oder auch durch das sich gegenseitige Beobachten. Für Außenstehende ist solch eine Reise ein Spektakel, wo es für die Indische Bevölkerung zum Alltäglichen gehört. Man ist überwältigt von den Extremen: Hitze, Kälte, Staub, Schmutz, Lärm, Geruch, der Enge und vor allem der Vielfalt an Allem. Oft dauert eine Reise mehrere Tage, sodass sich der Alltag auf engstem Raum in den Zugabteilen abspielt. Es wird gegessen, gefeilscht, gestritten, gelacht und geschlafen. Während einer Zugreise wird auch der Wandel des Landes sichtbar. Nach und nach kehrt Modernisierung ein: junge Sikhs beim „Selfie“ machen oder Teenager in Markenjeans sind kein seltener Anblick mehr. Indien ist ein Land der Vielseitigkeit, die am unmittelbarsten bei einer Zugreise zum Vorschein kommt.

 

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Tamina-Florentine Zuch
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