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Nauru – Die vergessene Insel
Die Diplomarbeit »Nauru - Die vergessene Insel« ist ein fotografischer Essay über das heutige Leben auf dem kleinsten unabhängigen und ehemals reichsten Inselstaat der Welt.
Der Staat besteht aus gerade einmal einer Insel die 21km2 groß ist. Nauru gehört neben Banaba und Makatea zu den drei größten Phosphatinseln im Pazifik. Als Nauru im Jahre 1962 unabhänig wurde, verfügten die Einwohner selbst über ihre reichen Phosphatvorkommen. Die Nauruer wurden so steinreich, dass sich jede Familie ein Cadillac, BMW oder die besten Speedboote leisten konnte. Eigentlich ziemlich sinnlos wenn man bedenkt, dass es auf Nauru gerade einmal 32km geteerte Straße gibt. In den Achtzigern zählte Nauru deswegen auch einmal zu den reichsten Nationen der Erde. Aber das Glück hielt nicht lange durch Fehlinvestitionen und dem Versiegen verloren die Einwohner in kürzester Zeit ihren Reichtum. Durch den Raubbau ist die Insel zerstört. Es ist nicht einmal möglich Gemüse anzupflanzen. Alle lebenswichtigen Nahrungsmittel müssen importiert werden.
Auf der Insel selbst ist nicht viel vom ehemaligen Reichtum übriggeblieben. Man braucht schon Phantasie, um die Zeichen der glorreichen Epoche auszumachen und sich vorzustellen, wie es hier vor 30 Jahren aussah. Aber Reichtum ist den Nauruern heute nicht mehr wichtig. An erster Stelle steht der Zusammenhalt und das Überleben als Nation.
Es wird auf Nauru sehr schnell sehr langweilig. In den reichen Zeiten gab es zwei Kinos, eine Radiostation und mehrere lokale Fernsehsender, um sich die Freizeit zu gestalten. Übrig geblieben davon ist nichts. Um sich irgendwie anders die Langeweile zu vertreiben, spielen die Nauruer von früh bis spät. Alles, vom Karten- bis Ballspielen wird in Kämpfen ausgetragen. Aber gerade beim Spielen werden die Nauruer manchmal sehr unfreundlich und tragen so manches verlorene Spiel im Nachhinein noch mal mit den Fäusten aus. Der importierte Alkohol auf Nauru ist sehr teuer. Deswegen produzieren die Nauruer ihren Alkohol selbst, indem sie Kokosnussaft vergären lassen. Davon muss man zwar Kanisterweise trinken aber wovon die Nauruer ja genug haben, ist Zeit. Deswegen dauert ein Umtrunk nicht ein paar Stunden sondern Tage.
Heute sind 90% der Einwohner arbeitslos und der Staat Nauru hat nur noch Einnahmen durch den "South Pacific Solution Pakt" mit Australien. Dieser erlaubt Australien Asylbewerber auf Nauru zu stationieren gegen Zahlungen von Millionen. Aber der neue australische Premierminister Kevin Rudd hat vor, die Asylbewerber aus Nauru abziehen zu lassen. Das würde das Überleben als unabhängiger wieder gefährden. Es ist fraglich, ob Nauru noch lange als eigenständiger Staat überleben wird.
Eileen Rahn , Januar 2008
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