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Sylt / Augenblick einer Urbanisierung

Eingerahmt von der ungestümen Nordsee im Westen und dem friedlichen Wattenmeer im Osten, liegt Sylt gegenüber der nordfriesischen Küste vor Anker.
Im vergangenen Jahr rückte die Insel vermehrt ins öffentliche Interesse, in Bezug auf das Thema Klimawandel. So rief sich auch mir Sylt mit seiner ewigen Sorge vom Meer verschlungen zu werden, wieder ins Bewusstsein.
Jedes Jahr im Winter erreichen uns die gleichen Hiobsbotschaften von der Insel Sylt: Der „blanke Hans“ – so wird die Nordsee bei Sturm genannt – reißt riesige Sandmassen mit sich ins Meer. Ohne Gegenmaßnahmen würde die Insel in nur wenigen Jahrzehnten beträchtlich schrumpfen. Nirgendwo sonst in Deutschland werden daher seit über 100 Jahren so viele Experimente mit dem Küstenschutz betrieben wie auf Sylt. Nicht nur das Meer und die Maßnahmen zum Inselerhalt hinterlassen Spuren auf der Insel. Bis zu 500 000 Touristen bereisen jährlich „die Königin der Nordsee“, vornehmlich wegen der ursprünglichen Natur und der gesunden Luft. Die Wirtschaft der Insel ist nahezu vollständig unmittelbar oder mittelbar vom Tourismus abhängig. Somit sind sowohl Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen als auch das Handwerk auf die Bedürfnisse der Gäste und Vermieter zugeschnitten.

„Sylt // Augenblicke einer Urbanisierung“ dokumentiert den Einfluss des Menschen auf die Landschaft der Nordseeinsel Sylt und zeigt wie der Mensch die natürliche Landschaft nutzt, besiedelt und verändert.
Der Raum in dem Menschen agieren ist das Hauptthema dieser Arbeit. Die Bilder veranschaulichen, dass Raum und Mensch voneinander abhängig sind und sich gegenseitig beeinflussen. Das Verhalten des Menschen wird durch seine wechselnden Lebensumstände beeinflusst, doch auch der Raum ist provisorisch, trotz seiner ganzen Materialität. Die Insel ist ständig „in Bewegung“ und verändert sich. Der Mensch wird immer ihre Struktur, ihren Aufbau und ihre Physiognomie prägen und seine Spuren hinterlassen.

Tanja Raeck, Januar 2008


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