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Frauengefängnis "Gesichter dahinter“
Ein gefährliches Verbrechen ist so definiert, dass das Opfer zu schwerem Schaden kommen muss, Waffen mit im Spiel waren oder der Schaden 2500 Euro übersteigt. Frauen können hier nur selten mithalten. Sie werden deutlich weniger als Männer verurteilt oder bestraft. Ihre Delikte sind meist Diebstahl oder Betrug. Selten sind ihre Vergehen besonders gefährlich oder sozial schädlich. Für Deutschland gilt, dass etwa nur 300 Frauen schwere Delikte begangen haben, von insgesamt ca. 3000 Inhaftierten. bIhr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt durchschnittlich nur fünf Prozent. Diese Anzahl hat auch in den letzten dreißig Jahren nicht zugenommen, und sie entspricht etwa auch dem Verhältnis weiblicher Täter in Europa und Übersee. Liegt es am Testosteron der Männer, dass diese häufiger straffällig werden oder an den weiblichen Hormonen, die zu ihrer qualitativen und quantitativen Unterrepräsentanz führen?
Ist es gerecht, dass es nur sieben reine Frauenvollzugsanstalten gibt und deshalb viele Frauen in Gefängnisabteilungen, die den JVA`s für Männer angeglichen sind, untergebracht werden? Sie müssen dort eine Betreuung erleiden, die rein auf Männer zugeschnitten ist. Entspricht es dem Ziel der Resozialisierung, dass es für Frauen kaum Ausbildungs- oder Berufsangebote gibt? Wegen der vergleichsweise wenigen weiblichen Häftlinge wären solche Angebote auch nicht rentabel.
Ist es nötig, dass sich die meisten weiblichen Häftlinge in Drogen flüchten, um der völligen Isolation, Auswegs- und Perspektivlosigkeit zu entfliehen?Viele drängende Fragen, auf die ich Antworten suchte, um sie fotografisch darzustellen.
Jana Striewe, Februar 2008
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