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STEH AUF UND GEH! – Bilder vom Jakobsweg
»Ein echter Weg nimmt einen nicht gefangen.« Hape Kerkeling
Im Sinne von „der Weg ist das Ziel“ bin ich im Oktober 2007 in St. Jean Pied de Port in den Pyrenäen gestartet. Nach 38 Tagen und 900 km Wegstrecke quer durch Nordspanien, via Sanitago de Compostela bin ich schließlich am Cap Finisterre, dem westlichen Ende der „früheren“ Welt am Atlantik angekommen.
»El camino comienza en su casa.« – »Der Weg beginnt an Deiner Haustür.« So antworten die Spanier auf die Frage, wo der Jakobsweg beginne. Den eigentlichen Jakobsweg gibt es also gar nicht, und doch hat diese Idee von einem Weg, der zum Seelenheil führt, schon im Mittelalter vermocht, ein Wanderfieber auszulösen. Mit Sandalen, einem weiten Umhang, einer Muschel als Erkennungszeichen und einem langen Wanderstab als Stütze, der in Notfällen auch der Verteidigung diente, machten sich die Pilger im Mittelalter auf den Weg nach Spanien…nach Santiago de Compostella, zum Grab des heiligen Jakobus. Diese beschwerliche, unter Umständen sogar lebensgefährliche Reise nahmen sie im festen Glauben auf sich, der Heilige würde ihnen all ihre Sünden erlassen.
In unserer Gesellschaft geprägt von Technik und Mobilität, Informationsflut und Rastlosigkeit, begeben sich heute wieder Hunderttausende jährlich ganz bewusst in der alten Tradition einer christlichen Pilgerfahrt, auf eine entbehrungsreiche Reise – auf die Suche nach Glück, auf die Suche danach, Zeit für sich selbst zu finden, sich selbst zu begegnen und – einfach nur ganz Mensch zu sein.
Dem Glück, geht der Entschluß glücklich sein zu wollen voraus. »Das Glück liegt auf der Straße. Du musst es nur ergreifen.« Ein Augenblick erscheint und so schnell er gekommen ist, ist er auch schon wieder vorüber. So – verhält es sich auch mit der Fotografie. Die Fotografie versucht den Moment festzuhalten, während das Leben weitergeht.
Letztlich geht es im Leben darum immer wieder aufzustehen, weiter zu gehen, sich zu bewegen, offen zu sein, für Anderes, dazu zu lernen, immer wieder in sich zu gehen, miteinander zu gehen, innerlich und äußerlich. Aufzustehen und zu gehen.
Steh auf und geh sagt Jesus zu einem Aussätzigen im neuen Testament, und danach „dein Glaube hat dir geholfen“...
Und sei es der glaube an einen Weg...
Julia Zimmermann, Januar 2008
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