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HOYWOY

Bestandsaufnahmen der 50 Jahre alten Neustadt von Hoyerswerda

Vor 50 Jahren wurde die Neustadt von Hoyerswerda errichtet, um Wohnraum für zehntausende Arbeiterfamilien zu bieten. Die florierende Braunkohleindustrie und die damals als luxuriös geltenden Plattenbauwohnungen, lockten vor allem junge Menschen aus der ganzen DDR nach Hoyerswerda. Aus der einst stolzen sozialistischen Wohnstadt, ist heute eine Stadt geworden, die mit  Abwanderung, Arbeitslosigkeit, Abriss und Veralterung zu kämpfen hat. In der damals kinderreichsten Stadt der DDR sind heute, von den wenigen Kindern die dort noch leben, fast 40 Prozent von Armut betroffen. Vor der Wende lebten hier 70.000 Menschen, heute sind es 30.000 weniger. Die wenigen, die geblieben sind, sind überwiegend Rentner und dem zufolge liegt der Altersdurchschnitt in der Stadt bei 48 Jahren. Der einst größte Arbeitgeber der Region errichtete mit Subventionsgeldern in Millionenhöhe das erste CO2 - freie Braunkohlekraftwerk Deutschlands und baute im Gegenzug tausende von Arbeitsplätzen ab. Die Folgen sind 25 Prozent Arbeitslosigkeit und das unstrukturierte Abreißen der leer stehenden Plattenwohnungen. Die Neustadt von Hoyerswerda ist ein Ort geworden, in dem sich in den Köpfen der Einwohner Lethargie breit macht, da sie kaum noch Hoffnung haben, dass sich etwas ändern wird. Die Fotoarbeit zeigt die Menschen von Hoyerswerda im Kontext zur Physiognomie ihrer Stadt und ihres sozialen Umfeldes. Wie sie sich arrangieren, sich untereinander Halt geben und, obwohl um sie herum der Abriss wütet, sich ein Stückchen heile Welt erhalten wollen.

Isabel Winarsch, Juli 2007

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