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Verödete Landschaften
Wohn- und Arbeitslandschaften in den neuen Bundesländern

Am 18. Mai 1990 gab Bundeskanzler Helmut Kohl das Versprechen, dass mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft, die fünf neuen Bundesländer »bald wieder (zu)blühenden Landschaften in Deutschland (...) werden, in denen es sich für jeden zu leben und zu arbeiten lohnt«.

Selbst 16 Jahre später, sind die versprochenen blühenden Landschaften in den neuen Bundesländern nur sehr spärlich gesät. Stattdessen sieht man Bilder städtischen, sozialen und zivilisatorischen Verfalls. Der Begriff wird immer häufiger in anderem Sinn verstanden, nämlich als Sinnbild für die Deindustrialisierung Ostdeutschlands.

Seit der Wende hat der Osten Deutschlands mit einem deutlichen Bevölkerungsverlust zu kämpfen. Die meisten ostdeutschen Städte sind gekennzeichnet von leer stehenden Straßenzügen und im neuen System gestrandeten brachen Industrieanlagen. Der Leerstand von über 1 Million Wohnungen im Jahr 2001 führte zum Programm Stadtumbau Ost, das einen subventionierten Abriss ermöglicht. Die durch Schrumpfung verursachten, einschneidenden Veränderungen der Städte stellen deshalb nicht nur eine ökonomische und soziale, sondern auch eine kulturelle Herausforderung dar. Diese sind in der deutschen Geschichte seit der Industriellen Revolution beispiellos.

Thema der Diplomarbeit ist die fotografische Auseinandersetzung mit den sichtbaren Auswirkungen des wirtschaftlichen Strukturwandels und der demografischen Entwicklung in den neuen Bundesländern.

Lars Bober, Januar 2007


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