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Narkolepsie
Bei Menschen mit Narkolepsie ist unbezwingbare Müdigkeit der Grundton ihres Lebens, ein ewiger Dämmerzustand, so als hätte der gesunde Mensch 48 Stunden nicht geschlafen. Der Schlaf kommt willkürlich mitten im Leben, immer wenn etwas Ruhe einkehrt und der Betroffene sich für einen kleinen Moment entspannt, aber auch in Gesellschaft, beim Essen oder spazieren gehen.
Seiner Aufgabe, dem Körper ein Abschalten und Auftanken zu ermöglichen, wird der Schlaf nie gerecht. Für den Narkoleptiker wird die Nacht zum Tag und der Tag zu einer quälenden Prozession, endlos gedehnt. Hinzu kommen bei den meisten Narkoleptikern Kataplexien, plötzliche Spannungsverluste der Skelettmuskulatur. Diese werden durch starke Emotionen ausgelöst, zum Beispiel Lachen, Freude oder Überraschungen. Manchmal versagt nur ein Teil der Gesichtsmuskulatur, doch häufig ist auch der ganze Körper betroffen. Dann findet sich der Narkoleptiker auf dem Boden wieder, voll bei Bewusstsein, doch ohne sich bewegen oder sprechen zu können.
Etwa 25000 bis 40000 Narkolepsiefälle gibt es in Deutschland - diagnostiziert sind bisher etwa 3000. Im Schnitt dauert es 5 Jahre bis die Krankheit erkannt wird. Bis dahin erleben die meisten Betroffenen eine entwürdigende Odyssee von Arzt zu Arzt, bei der sie auf Schizophrenie, Depression, Borderline-Syndrom, Autismus und bei Kindern vor allem ADHS behandelt werden. Schlimmer noch ist die soziale Ächtung, denn in einer den Schlaf stigmatisierenden Gesellschaft gelten sie als Faulpelze, Drückeberger und Simulanten. Nach der Diagnose bleibt häufig die Einsamkeit. Wenn ruhige Gespräche nur schwer möglich sind und jede Art von Erregung Kataplexien auslöst, können Freundschaften und Liebe auf der Strecke bleiben.
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