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Schichtwechsel
Schon in der Vergangenheit spielte die Beziehung des Menschen zu Bodenschätzen eine maßgebliche Rolle. Sie bestimmte zu einem wesentlichen Teil die Geschichte und wurde geprägt von Macht und Reichtum.
Die Epochen der Steinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit sind nach den Bodenschätzen benannt, zu deren Nutzung der Mensch Fähigkeiten entwickelt hatte. Die Gewinnung von Eisen und Kupfer, später Gold und Silber und schließlich Zinn und Blei prägte die Kulturen, beeinflusste die Politik und war ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung von Wirtschaft und Industrie. Davon profitierten auch Kunst, Philosophie, Literatur und Technik.
Die Entwicklung des Steinkohlebergbaus ist bis heute sehr bewegt und schwierig.
Früher waren es der soziale Stand und die gefährlichen Arbeitsbedingungen, die das Leben der Bergleute prägten, heute sind es die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.
Die Bedrohung des Bergbaus durch den Subventionsabbau ist durch vergangene wirtschaftliche Depressionen für die Steinkohleindustrie keine neue Erfahrung. Die Bergleute sind krisenerfahren, sodass sie nicht ohne Angst, aber mit einem gesunden Selbstbewusstsein in die Zukunft der Steinkohleindustrie blicken. Bestärkt werden sie von ihrem Bewusstsein der Notwendigkeit ihrer Arbeit.
Der am 13. März 1997 beschlossene „Kohlekompromiss“ beinhaltet eine annähernde Halbierung der Zuschüsse in dem Zeitraum von 1998 bis 2005. Weitere Vereinbarungen vom November 2003 sehen Kürzungen auf 1,83 Milliarden Euro bis zum Jahr 2012 vor. Das bedeutete bis zum Jahr 2005 einen Rückgang der Beschäftigten von 84000 auf 35000. Damit bleiben von den 1997 noch 19 betriebenen Bergwerken infolge von Schließungen und Zusammenlegungen heute acht übrig. Für den Zeitraum bis 2012 ist ein Personalabbau auf ca. 19000 Beschäftigte vorgesehen. Das stellt die äußerste Grenze des sozial Verträglichen dar, d. h., was ohne betriebsbedingte Kündigungen an Anpassung geleistet werden kann. Sonst würde die Politik die direkte Verantwortung für Entlassungen in die Arbeitslosigkeit übernehmen.
Für die Industrie ist die Steinkohle ein unverzichtbarer Rohstoff. Die Entwicklungen auf dem Weltmarkt der fossilen Energieträger stellen das Ableben der heimischen Produktion und die Versorgung mit Importkohle in Frage. Durch wachsende Volkswirtschaften der dritten Welt und der Schwellenländer, wird die Versorgung mit Steinkohle in ausreichender Qualität und zu einem angemessenen Preis zur Spekulation.
Daniel Pilar, September 2006
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