Indianer des Chaco: Erst wenn der letzte Baum gerodet

Erst wenn der letzte Baum gerodet | Johannes Kühner

Die Toba-Indianer im Norden Argentiniens sind eine der größten noch existierenden indigenen Gruppen Lateinamerikas. Jahrzehntelang durchlitten sie Unterdrückung, Verfolgung und Landraub. Zwischen 2005 und 2007 starteten sie erstmals massive Proteste und erlangten landesweit Aufmerksamkeit. Seitdem kommt das Militär mit Lebensmitteln, Alte und Kranke erhalten Renten, Hilfsorganisationen fahren beinahe wöchentlich aus fernen Städten in die Provinz Chaco und ein 1400 Quadratkilometer großes Reservat, in dem auch die Gegend Paso Sosa liegt.

Doch die einst überfällige Hilfe bringt heute große Nachteile: Entfremdung, Lethargie und den Verlust von Traditionen.

„Die Politik hat uns mit ihren Versprechen auseinandergetrieben“, sagt etwa Toba-Häuptling Nicolas Petiso, und der Lehrer Eduardo Jatschuk ergänzt: „Die Toba haben nicht die Veranlagung, sich zu versöhnen.“

Noch dazu lernen die Indianer die Vorzüge der westlichen Welt schätzen: Mit ihrer Rente kaufen sie Fernseher, Handys und Motorräder, zudem fällen sie die kostbaren Hartholzbäume ihres Waldes und verkaufen das Holz weit unter Preis.

Die Gegend Paso Sosa steht sinnbildlich für diese Entwicklung und zeigt die Gefahren, die unüberlegte Entwicklungshilfe mit sich bringt.

 

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