Diskurs

Deutschland (GER), Niedersachsen, Hannover, 18.05.2017 - Symposium Images in Conflict TONY HICKS, der Europachef der Associated Press (AP) bei seinem Vortrag im Hörsaal der Hochschule Hannover zum Thema

Foto: Maximilian von Lachner

Dem Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie geht es zentral um die Vorbereitung auf eine konkrete fotografische Berufspraxis. Dabei ist jedoch die theoretische Reflexion des eigenen Tuns eine wesentliche Grundlage für den professionellen Umgang mit Fotografie. Wir sind überzeugt, dass es angesichts der sich verändernden Bildkultur mehr denn je eine anspruchsvolle, selbstreflektierte Fotografie braucht. Daher liegt ein wesentlicher Fokus der Ausbildung in der Vermittlung einer umfassenden Bildkompetenz – praktisch und theoretisch. In der Lehre und über Forschungsprojekte möchte der Studiengang Fragestellungen aus der fotografischen Bildpraxis und Diskurse der Bild- und Fototheorie sowie der Visual und Cultural Studies in einen Dialog bringen, der für beide Seiten wesentliche neue Perspektiven eröffnet.

Angesichts medialer Phänomene wie der Fotografie als Massengut und -kommunikationsform, der Visualisierung von Daten, die hergebrachte Vorstellungen der Spezifik des fotografischen Mediums auf die Probe stellen und der Tatsache, dass wir uns mehr und mehr mit einer medial vermittelten Welt konfrontiert sehen, durchläuft das Medium Fotografie massive Veränderungsprozesse, die seine Instabilität vorantreiben und unsere Vorstellungen von Repräsentation, Dokumentation und fotografischer Zeugenschaft in Frage stellen. In einer Kultur, die von immer mehr Bildern bestimmt wird, markieren das Stärken der Bildkompetenz sowie die kritische Reflexion der global zirkulierenden und migrierenden Bildwelten ein wichtiges gesellschaftliches und kulturelles Anliegen und eine zentrale Voraussetzung für die Profilierung und Positionierung von Fotograf*innen. Ein anspruchsvoller Umgang mit Fotografie benötigt ‚Metafotograf*innen’, die die Milliarden an Bildern, die zur Verfügung stehen, zu reflektieren wissen, um ihnen ihre eigenen entgegensetzen zu können. Diese Art von ›Metafotografie‹ versteht es, dass jedes Bild Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels nicht nur fotografischer und ikonografischer Gegebenheiten ist, sondern auch politischer und medialer Zusammenhänge.

Seit vielen Jahren veranstaltet der Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie deshalb Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche mit Praktiker*innen und Theoretiker*innen, in denen das Medium und seine Entwicklung sowie die Rolle der Protagonist*innen reflektiert wird. Unter dem Titel ›IMAGE MATTERS‹ hat der Studiengang 2017 ein neues Format geschaffen, das fotografische Diskurse vertieft, Workshops und Symposien veranstaltet und Publikationen erarbeitet. Zielgruppe hierbei sind Studierende und ein professionelles Fachpublikum aus Praxis, Theorie und Forschung. Im Mai 2017 wurde der erste Diskursschwerpunkt zum Thema ›IMAGES IN CONFLICT – Bilder im Konflikt‹ realisiert. In diesem Rahmen fanden ein Symposium und eine Ausstellung statt, die die sich wandelnden Funktionen von fotografischen und filmischen Bildern in Krisen- und Konfliktsituationen in den Blick nahmen.

Anfragen richten Sie bitte an image-matters(at)hs-hannover.de

Weitere Informationen unter http://image-matters-discourse.de

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