Eine Doppelseite aus dem GO-Magazin.

Eine Doppelseite aus dem GO-Magazin.

Das neue „GO“- Magazin ist da

Wenn ein Mensch Selbstmord begeht, halten die Lebenden für einen Moment die Luft an und fragen sich: Hätte man ihn retten können? Vor allem: Warum bringt sich ein Mensch um, wenn er nach einer entbehrungsreichen und gefährlichen Flucht endlich am Ziel angekommen ist? Mehari Beyan, geboren 1993 in Eritrea, hat sich im Januar 2016 an einem Seil in Oberbayern erhängt. Elf Fotostudenten der Hochschule Hannover und elf Journalisten der Zeitenspiegel-Reportageschule folgten den Spuren seines Lebens.

Titelseite des GO-Magazin. Foto: Michael Trippel

Titelseite des GO-Magazin. Foto: Michael Trippel

Die Titelseite des neuen “Go”-Magazins ist ganz in Schwarz gehalten. Lediglich zwei Zahlen geben einen Hinweis auf seinen Inhalt: „1993” und „2016“ steht da – Geburts- und Todesjahr des Eritreers Mehari Beyan, der als Minderjähriger aus seiner Heimat floh und, Jahre später in einem Waldstück bei München Suizid beging. Ein Schicksal, von dem wir für gewöhnlich höchstens durch eine kurze Meldung in der Lokalpresse erfahren. Nicht so in diesem Fall: Der elfte Jahrgang der Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl entschied sich, gemeinsam mit Fotostudenten der Hochschule Hannover, Mehari Beyan eine ganze Ausgabe des GO-Magazins zu widmen.

„Mehari. Ein Leben – elf Geschichten“ lautet der Titel ihres Abschlussmagazins, das nicht nur Beyans Geschichte erzählt, sondern in zehn weiteren Reportagen vom Schicksal der Menschen berichtet, die wir oft nur als Teil anonymer Flüchtlingsstatistiken kennenlernen. Von der jungen Eritreerin Neda etwa, die, wie viele geflüchtete Frauen, auf ihrem Weg durch den Sudan misshandelt und vergewaltigt wurde. Von Männern wie Bluts Iyassu, der von Eritrea nach Israel ging, um sich ein neues Leben aufzubauen und stattdessen nur Ablehnung erfährt. Oder von Männern wie Hamit, der aus Aleppo floh und nun in Deutschland – weit weg von seiner Familie – an Depressionen leidet und auf unbürokratische Hilfe angewiesen ist.

Wie schon in den vorangegangenen Jahren fotografierten die Fotostudenten der Hochschule Hannover für das Magazin in vielen unterschiedlichen Ländern. Diesmal spielten die Geschichten in Eritrea, Äthiopien, Sudan, Israel, Italien, Holland und Deutschland. (SF)

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