Ein FARC Kämpfer hält Wache am Eingang zu dem Übergangscamp im Flachland Kolumbiens während der Weihnachtsfeier. Foto: Nick Jaussi

Ein FARC Kämpfer hält Wache am Eingang zu dem Übergangscamp im Flachland Kolumbiens während der Weihnachtsfeier. Foto: Nick Jaussi

CROSSROADS: Ausstellung der ersten internationale Klasse

Ein Schnittpunkt, ein Ort der Entscheidung, ein Treffpunkt. Die Studierenden der ersten internationalen Klasse des Studiengangs „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ sind aus Ägypten, Sibirien und Bangladesch angereist, um das Sommersemester an der Hochschule Hannover zu verbringen. Ein Stück des Weges sind sie mit ihren deutschen Mitstudierenden gemeinsam gegangen, sie haben Ideen, Inspiration und Erfahrungen geteilt – und versammeln sich nun an der Wegkreuzung.

Foto: Ashfika Rahman

Foto: Ashfika Rahman

Sie verwandeln die so genannte Burg auf dem PLATZprojekt in einen kreativen Ort, an dem verschiedene Kulturen, Menschen und Themen aufeinandertreffen. Es gibt keine Regeln, keine Beschränkungen. Die präsentierten Arbeiten zeigen eine Vielfalt an Themen, Erzählformen und Herangehensweisen. Sie konzentrieren sich auf die junge Generation: auf das Leben unverheirateter Frauen über 30 in Ägypten, die aufstrebende städtische Jugend in Bangladesch oder Heranwachsende in der modernen Mongolei. Sie untersuchen Orte des Übergangs, wie ein heruntergekommenes Kino in Old Dhaka, oder beobachten kleine Szenen in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Tomsk. Sie beleuchten traditionelle Praktiken, wie das „Brustbügeln“ in Kamerun oder das der Wandergesellen in Deutschland. Die Fotografen dokumentieren kulturell geprägte Orte und fangen die Atmosphäre in einem Gebetshaus in Dhaka ein, suchen nach Individualität in einem ostfriesischen, touristischen Dorf oder zeigen die Popularität des Unterhaltungsmediums Fernsehen in den ländlichen Gegenden in Bangladesch. Sie begleiten die Guerilla-Kämpfer der FARC in Kolumbien auf ihrem Weg zum Frieden oder hinterfragen, wie Krieg zwischen Erinnerung und Unterdrückung verarbeitet werden kann. Oder sie nehmen die Betrachter mit in andere Bewusstseinszustände der Realität und des täglichen Lebens.

Die Container, Symbol für Globalisierung und internationale Verflechtungen, werden zu einem Schnittpunkt für facettenreiche Geschichten, Perspektiven und Erzählformen. (sg/sf)

Kamini tontines, 12 years old. is hiding her breasts after having them ironed by her mother. Foto: Heba Khamis

Kamini tontines, 12 years old. is hiding her breasts after having them ironed by her mother. Foto: Heba Khamis

Ausstellende Fotografen: Aliona Kardash, Amira Mortada, Ashfika Rahman, Danila Shostak, Fanny Harlan, Heba Khamis, Inqiyad Hasin, Iris Anneser, Jonas Nolden, Konstantin Tönnies, Md. Shamsul Arifin, Moloy Ranjan Biswas, Nick Jaussi
Vernissage: 23. Juni, 19 Uhr
Ausstellungszeiten: 23. – 25. Juni 2017, täglich 12 – 20 Uhr
Ausstellungsort: PLATZprojekt, Fössestraße 103, 30453 Hannover