Christoph Bangert, aus der Serie “War Porn”, 2014 © Christoph Bangert

Christoph Bangert, aus der Serie “War Porn”, 2014 © Christoph Bangert

Ausstellung & Symposium: IMAGES IN CONFLICT – BILDER IM KONFLIKT

Bilder im Konflikt: fotografische und filmische Bilder von Krisen- und Konfliktsituationen verändern sich in Ästhetik und Gebrauchsweisen – und geraten damit selbst ins Visier. Zum einen haben sich im Zuge der digitalen Entwicklungen die Bildproduzenten und Distributionskanäle von Bildern vervielfältigt. Das erweitert Perspektiven und ermöglicht neue Erzählformen. Zum anderen geht damit eine Erschütterung des klassischen bildjournalistischen Selbstverständnisses einher. Die Konkurrenz der visuellen Strategien sucht das Affektpotential der Bilder zu steigern. Zugleich wird hinterfragt, inwieweit Fotografien noch als Zeugnisse wirken können. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Wahrheitsansprüchen zwischen Authentizität, Objektivität und Propaganda. Ihre Kontextualisierungen und Rahmungen stellen Bedeutungen her – und erfordern Reflexion.

Wie lässt sich in unserer medialisierten Welt auf Kriege und Konflikte blicken? Wie kann Wahrheit aus den verschiedenen Perspektiven der beteiligten Akteure sichtbar gemacht werden? Wie müssen die ›Bildermacher‹ dieser Tage erzählen, um eine Öffentlichkeit zu erreichen? Mit einer Ausstellung und einem Symposium widmet sich der Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover diesen Fragestellungen.

Adam Broomberg & Oliver Chanarin ‘War Primer 2′ 2011.

Adam Broomberg & Oliver Chanarin ‘War Primer 2′ 2011.

Das Symposium ›Images in Conflict‹ lässt Experten aus Theorie und Praxis fotografischer Bilder aufeinandertreffen und in einen Diskurs über visuelle Zeugenschaft und emotionale Überzeugungskraft eintreten. In vier Panels werden verschiedene Aspekte der Bilder in Konflikten beleuchtet. So werden unter anderem die Un/Sichtbarkeit mancher Bilder und Konflikte thematisiert, die potentielle Mittäterschaft durch virtuelle Zeugenschaft, aber auch das fotojournalistische Handeln in Konflikträumen. Dabei kreisen die Fragen letztlich immer wieder um das Kernproblem, die Hauptaufgabe von Fotojournalisten: Wie können Bilder wahrhaftig berichten und dabei eine Wirkung entfalten, die berührt, ohne zu
manipulieren?

Vortragende: Dona Abboud, Christoph Bangert, Vera Brandner, Adam Broomberg & Oliver Chanarin, Emma Daly, Michael Ebert, Susanne von Falkenhausen, Ursula Frohne, Karen Fromm, Dirk Gieselmann & Armin Smailovic, Geert van Kesteren, Felix Koltermann, Stephen Mayes, Philipp Müller, Rolf F. Nohr, Martin Scholz, Donovan Wylie

Symposium am 17. und 18. Mai 2017
Hochschule Hannover
Expo Plaza 2
Hörsaal
30539 Hannover
www.fotostudenten.de

Die Vorträge finden teils in englischer, teils in deutscher Sprache statt. Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung per email unter: image-matters@hs-hannover.de wird gebeten. Weitere Infos unter: www.image-matters-discourse.de

Tim Hetherington, “Kim asleep at Outpost Restrepo”, Afghanistan 2008. Aus der Videoinstallation "Sleeping Soldiers" © Tim Hetherington

Tim Hetherington, “Kim asleep at Outpost Restrepo”, Afghanistan 2008. Aus der Videoinstallation „Sleeping Soldiers“ © Tim Hetherington

Die Ausstellung ›Images in Conflict‹ betrachtet diese Fragen aus der Sicht zeitgenössischer Fotografen und Künstler, die nach Formen der Auseinandersetzung jenseits der aktuellen Berichterstattung suchen. In ihren Arbeiten nehmen sie die sich wandelnden Funktionen von fotografischen und filmischen Bildern in Krisen- und Konfliktsituationen in den Blick und thematisieren die Rolle der Medien in den verschiedenen Bereichen der Kriegsführung.

Ausstellende: Dona Abboud, Christoph Bangert, Edmund Clark, Harun Farocki, Ziyah Gafić, Dirk Gieselmann & Armin Smailovic, Tim Hetherington

Ausstellung vom 18. Mai – 18. Juni 2017
GAF – Galerie für Fotografie
Seilerstraße 15d
30171 Hannover
http://gafeisfabrik.de

Harun Farocki, Standbild aus "Serious Games 1, Watson is Down" © Harun Farocki 2010

Harun Farocki, Standbild aus „Serious Games 1, Watson is Down“ © Harun Farocki 2010

Unter dem Titel ›IMAGE MATTERS‹ schafft der Studiengang ›Fotojournalismus und Dokumentarfotografie‹ der Hochschule Hannover eine Diskursplattform, die Fragestellungen aus der fotografischen Bildpraxis und Diskurse der Bild- und Fototheorie sowie der Visual und Cultural Studies in einen Dialog bringt, der für beide Seiten wesentliche neue Perspektiven eröffnet. ›IMAGE MATTERS‹ soll fotografische Diskurse vertiefen, Workshops und Symposien veranstalten, sowie Publikationen erarbeiten, die sich an Studierende und ein professionelles Fachpublikum aus Praxis, Theorie und Forschung richten.

www.image-matters-discourse.de