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Absolvent*innen stellen öffentlich und online Abschlussarbeiten aus

In einer unberechenbaren Zeit, in der die Welt still zu stehen scheint, heißt es: Realisieren, Umdenken, Reorganisieren, Neuplanen, wieder anfangen, weitermachen. Wider aller Umstände präsentieren auch in diesem Sommer dreizehn Absolvent*innen des Studiengangs »Fotojournalismus und Dokumentarfotografie« der Hochschule Hannover ihre Abschlussarbeiten.

Um den geltenden Hygienerichtlinien gerecht zu werden, findet die Ausstellung einmalig in Form eines Screeningabends am 28. August 2020 ab 19:00 Uhr unter freiem Himmel im »Biergarten Gretchen« (Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover) statt. Leider ist nach aktuellem Stand der Zugang auf maximal 150 Plätze begrenzt. Allen, die an diesem Abend nicht dabei sein können, steht jedoch eine Online-Ausstellung zur Verfügung. Zugang erhält man bis Sonntag, den 06. September 2020 über die Ausstellungsplakate auf dem Gelände des Faust e.V. sowie über die Webadresse: www.abschlussausstellung.de.

Unter dem Thema: »Besinnen auf das [Un]Sichtbare« erzählen die Studierenden in unterschiedlichen Projekten von Hoffnung und Liebe, aber auch von Angst in von Unsicherheit und Ratlosigkeit geprägten Zeiten:

Programm:

19.00 Uhr – Einlass
19.30 Uhr – Jazz Band [Mesomedes String Duo]
20.30 Uhr – Screening Abschlussarbeiten

Über die Arbeiten:

Foto: Iris Anneser

Foto: Iris Anneser

Was ist, wenn dein Kind sagt: »Mama, ich möchte nicht jeden Tag in die Schule gehen.« Die Eltern von Josefine und Lasse hörten ihren Kindern zu und gehen als Familie einen anderen Weg. Für ihre Arbeit  »frei lernen«, begleitete die Fotografin Iris Anneser vier Familien in Deutschland, die sich dazu entschieden haben, über ihren Bildungsweg selbstbestimmt entscheiden zu wollen. Dafür nehmen die Familien auch eine offene Konfrontation mit den Behörden und geltendem Gesetz auf sich.

Foto: Simon Zamora-Martin

Foto: Simon Zamora Martin

Die Pandemie hat gezeigt was wirklich systemrelevante Berufe sind. Aber auch, wie sehr gerade diese Menschen ausgebeutet werden: ob im Krankenhaus, Transportwesen oder der Lebensmittelindustrie. Wie wird Corona die Arbeitswelt verändern? Dieser Frage geht Simon Zamora-Martin in seiner Foto-Text-Geschichte »Arbeit in der Krise« nach.

Foto: Sabine Findeisen

Foto: Sabine Findeisen

Durch Beziehungen erlernen wir Vertrauen in unsere Umwelt und erfahren uns Selbst. Liebe und Partnerschaft spielen dabei eine existenzielle Rolle für Glück und Zufriedenheit. Sabine Findeisen befasst sich in ihrem Projekt »dürfen was wir wollen« mit den Lebenswirklichkeiten, Sehnsüchten und Barrieren von Paaren mit geistigen Beeinträchtigungen.

Foto: Selina Haberland

Foto: Selina Haberland

Mit Ihrem Schmerz normal sein und mit ihrem Leid nicht allein. So gibt Selina Haberland in ihrer Portraitserie »Von Innen Nach Außen« Frauen ein Gesicht, die einen Schwangerschaftsverlust in den ersten 3 Monaten durchlebt haben. Dieses Projekt soll dazu beitragen, dass das Thema mehr beleuchtet wird und weniger mit Scham behaftet bleibt.

Foto: Philipp Hannappel

Foto: Philipp Hannappel

Die Corona-Pandemie hat das Leben in Deutschland massiv beeinflusst. Nach ersten Lockerungen sozialer Kontaktbeschränkungen leben wir in einer neuen Normalität. Aber was hat sich verändert? Und wie gehen wir damit um? Mit diesen Fragen befasst sich Philipp Hannappel in seinem dokumentarischen Essay »Im Tanz: Von Alltag und Veränderung«.

Foto: Patrick Junker

Foto: Patrick Junker

Patrick Junkers Projekt »There is glory in prevention« soll sichtbar machen, was wir als Gesellschaft im vergangenen halben Jahr geleistet haben. Es erzählt zehn Geschichten von Menschen aus Stuttgart, die dem Virus direkt ausgesetzt sind: Pflegekräfte, Ärzte, ehrenamtliche Helfer*innen und Patient*innen.

Foto: Norbert Schaal

Foto: Norbert Schaal

Die Entwicklung zu einer eigenen Identität ist komplex, ambivalent und nie zu Ende. Einen großen Anteil an die Entwicklung hat das sozio-kulturelle Umfeld. Hier kommt es auch zu den prägenden geschlechtlichen Identitäten — Frauen sind so und Männer so. Wir leben und prägen diese Paradigmen für uns und für andere. Mit diesem Phänomen befasst sich Norbert Schaal in seiner Arbeit: »Er steht stoisch im Sturm und ich habe Angst — Männliche Identität«

Foto: Angelina Vernetti

Foto: Angelina Vernetti

Jedes zweite Mädchen in Deutschland nimmt sie. Smile-Effekt – und du fühlst dich rundum wohl in deiner Haut, heißt es im Begleitheft der Yasminelle von Bayer HealthCare AG. Hersteller vermitteln das Bild eines »Lifestyle-Produkts«: bessere Haut und schönere Haare, weniger Gewicht. Mit der Legalisierung der Antibabypille wurde ein gewaltiger Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Freiheit der Frau getan. Und trotzdem: Wo bleibt die Pille für den Mann? Die Arbeit Smile Effekt von Angelina Vernetti setzt sich – anlässlich 60 Jahre Jubiläum – mit der Antibabypille auseinander.

Foto: Daniel Vogl

Foto: Daniel Vogl

In der Arbeit »The Sound of Science« beschäftigt sich Daniel Vogl mit der Abbildbarkeit von Musik im wissenschaftlichen Kontext und der Evidenzkraft der Bilder im Wissenschaftsjournalismus.

Foto: Swinde Wiederhold

Foto: Swinde Wiederhold

Stress und Resilienz in der Corona-Krise: Werden Ausgangssperre und Kontaktverbote Folgen für die menschliche Psyche haben?

Swinde Wiederhold’s Projekt: »stay home. stay healthy?« erforscht die Zusammenhänge des Corona-Ausbruchs und den psychischen Nachwehen der Pandemie.

 

Foto: Julia Lormis

Foto: Julia Lormis

Nachdem am 18. März 2020 die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für unbestimmte Zeit von der Bundesregierung beschlossen wurden, um die Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus zu verlangsamen, wurde die Kamera Julia Lormis ’ täglicher Begleiter in der freiwilligen sozialen Isolation. Es begann eine Art fotografisches Selbstgespräch: „ H A U S A R R E S T “ formalisiert und visualisiert die unendliche Wiederkehr des Immergleichen, die Faszination der Null-Ereignisse des Alltags und die unterschiedlichen Emotionen.

 

Weitere Informationen:

Zur Seite der Abschlussausstellung

Zur Seite von Simon Zamora-Martin

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